Implementierung des mentalisierungsbasierten Präventionsprogramm in der Kinderkrippe FNZ

Die Mitarbeiter der Kinderkrippe FNZ sind ständig dabei Ihre Qualität in der Einrichtung zu verbessern. Durch die Teilnahme als Modelleinrichtung beim Bundesprojekt „Frühe Hilfe plus“ bekamen wir eine Einführung in das mentalisierungsbasierte Präventionsprogramm.

 

In den ersten Einführungsveranstaltungen lernten wir die mentalisierungsbasierte Haltung kennen, also die Fähigkeit, das Kind und seine Gedanken, Intentionen und Wünsche zu verstehen und sich darin einzufühlen. Grundlagen diese Haltung zu erlernen und zu üben sind Selbsterfahrungseinheiten und Supervisionen. Sie dienen dazu die Mentalisierungsfähigkeit der Fachkräfte zu steigern, um Kindern und Eltern einen guten Übergang vom Elternhaus in die Krippe zu ermöglichen, aber auch darüber hinaus eine gelingende Krippenzeit zu erfahren. Dieses Programm begeisterte uns so, dass wir es gerne in unserer Einrichtung vertiefen und in unserer Konzeption implementieren wollen.

Diesen Ansatz zu verinnerlichen und zu verselbstständigen wird ein langer Prozess werden, in dem wir aber weiterhin Unterstützung, mehr Übungseinheiten sowie Supervisionen benötigen. Mit dem Zuschuss der Stiftung für Bürger im Landkreis Neunkirchen konnten wir im Februar 2017 mit den ersten Fortbildungen zum Thema starten. Mit Frau Dr. Bark und Herrn Leineweber haben wir kompetente Fortbilder im Bereich Selbsterfahrung, Supervision und mentalisierungsbasiertes Arbeiten gefunden.

 

Wir starteten zunächst mit einer zweitägigen Veranstaltung zum Thema Selbsterfahrung. Alle 16 Mitarbeiter nahmen teil.
Mit kleinen Kindern zu arbeiten ist eine große Herausforderung für die Fachkräfte, die viel Achtsamkeit und eine Auseinandersetzung mit sich selbst fordert. Viele Situationen im Alltag fordern die begleitende Fachkraft dazu auf, Frage zum eigenen Umgang mit entsprechenden Situationen nachzugehen. Denn in jeder Situation können wir immer wieder bemerken, dass unsere Reaktionen oftmals keiner bewussten Entscheidung folgen, sondern die Reaktion erfolgt oftmals einem tief in uns verankerten Beweggrund, den wir nicht immer kontrollieren und auch nicht immer verstehen können.

 

Die beiden ersten Tage ermöglichten uns ganz intensiv daran zu arbeiten, was uns zu bestimmten Handlungen und Reaktionen bewegt. Diese unbewussten Reaktionsformen werden zumeist in der frühen Kindheit geprägt. So lernten wir zunächst die zentralen Bedürfnisse, wie das „Herz-Bedürfnis“ (Wunsch nach Beziehung, Liebe, Versorgung, Verbundenheit), das „Kopf-Bedürfnis“ (Wunsch nach Wissen, Orientierung und Sicherheit) und das „Bauch-Bedürfnis“ (Wunsch nach Autonomie, Abgrenzung und Selbstbehauptung) kennen. Das Erfüllen dieser Bedürfnisse prägt unseren Alltag.

 

Gemeinsam lernten wir unsere persönliche Strategien und tief verankerten Wurzeln, die unser Handeln bestimmen, kennen. Mit vielen Übungen in der Kleingruppe oder auch zu zweit, erfuhren wir sehr intensiv, warum wir in bestimmten Situationen so reagieren wie wir reagieren. Über dieses Bewusstmachen unserer Handlungsstrategien können wir nun unser Handeln bzw. unsere Reaktionen in bestimmten Situationen wesentlich besser verstehen. Viele Mitarbeiter waren auch sehr überrascht neue Seiten von sich selbst zu entdecken. Das Verständnis für die eigenen Umgangsformen sind der erste Schritt, um neue Formen des Umgangs mit sich selbst und den Kindern zu entwickeln und umzusetzen. Diese wollen wir nun gemeinsam mit den Kindern in der Einrichtung gestalten.
Dazu wurden neben der Selbsterfahrungseinheit auch mehrere Fallsupervisionen genutzt. Das heißt, wir haben Kinder aus unserer Einrichtung anhand von Videomaterial vorgestellt und uns erarbeitet, welche Strategien sie im Alltag nutzen um ihre Bedürfnisse zu erfüllen. Wir übten die Anwendung der Methode des Mentalisierens  und konnten anhand vieler Beispiele diese Methode vertiefen und im Alltag anwenden. Um das Mentalisieren in unserer Konzeption zu verankern bedarf es noch einiger Übungseinheiten, so dass dieses Projekt für uns noch nicht abgeschlossen ist. Wir werden es auf jede Fall noch in diesem und nächsten Jahr weiterführen, um unseren Kindern und Eltern eine hohe Qualität in der Einrichtung zu gewähren.

 

 

Ansprechpartner

Gudrun Haupenthal
Kinderkrippe FNZ
Kleiststraße 32
66538 Neunkirchen

Telefonnummer: 06821/12200

E-mail-Adresse: kinderkrippe-fnz@t-online.de

Gemeinsam Gutes
(an)stiften!

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